„Neues Jahr – neues Licht:
berufen zur Umkehr und zur Einheit"
„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht.“
Mit diesen Worten aus dem Buch Jesaja beginnt der heutige Sonntag (Jes 8,23b–9,3). Sie begleiten uns in dieses noch junge neue Jahr – ein Jahr, das vor uns liegt wie ein offener Weg, voller Hoffnung, Fragen und Erwartungen.
Der 3. Sonntag im Jahreskreis fällt in die Zeit, in der wir auch der Bekehrung des heiligen Paulus gedenken. Gleichzeitig ist es eine Zeit des Gebets für die Einheit der Christen. Beides gehört zusammen. Denn wahre Umkehr führt immer zur Einheit.
Im Evangelium (Mt 4,12–23) ruft Jesus: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Dieser Ruf gilt auch uns – am Anfang eines neuen Jahres. Jesus ruft Menschen mitten aus ihrem Leben. Er ruft sie nicht auseinander, sondern sammelt sie.
Umkehr bedeutet, sich neu auf ihn auszurichten.
Paulus greift diesen Gedanken in der zweiten Lesung auf (1 Kor 1,10–13.17). Er warnt vor Spaltungen und erinnert uns daran: Wir gehören nicht einzelnen Personen, Meinungen oder Gruppen, sondern Christus allein.
Die Bekehrung des heiligen Paulus zeigt: Gott kann Herzen verwandeln und Wege neu ausrichten. Aus einem Verfolger wird ein Zeuge. Aus Trennung wächst Sendung. Und genau darin liegt auch der Ruf zur Einheit.
In diesen Tagen hören wir besonders auf das priesterliche
Gebet Jesu: „Alle sollen eins sein.“ Diese Einheit ist kein menschliches Projekt, sondern ein Geschenk Gottes – und zugleich eine Aufgabe, für die wir beten und an der wir arbeiten sollen.
Dieser Sonntag lädt uns ein, das neue Jahr bewusst zu
beginnen:
- mit Umkehr im Herzen,
- mit dem Gebet um Einheit,
- und mit dem Vertrauen, dass Gott uns zusammenführt.
Ich wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen für das neue Jahr: Gesundheit, Frieden, Hoffnung und ein offenes Herz füreinander. Möge Christus uns begleiten, stärken und zu Zeugen seiner Liebe und seiner Einheit machen.
Ihr Kaplan Okoye