Von der kleinen Gestalt der Hoffnung
Es sieht nicht gut aus. Die schlechten Nachrichten über die Weltlage wollen nicht enden. Und auch, wenn es im eigenen Leben gut gehen mag, bedrückt einen immer wieder, von Schicksalsschlägen im näheren Umfeld zu erfahren. Oft sieht es eben nicht gut aus ……. Umso wichtiger, ja lebenswichtig, wird die Frage, aus welchen Quellen ich Ermutigung und Zuversicht schöpfen kann. Anders ausgedrückt: Welche Gestalt der Hoffnung vermag ich wirklich zu tragen?
„Gegen alle Hoffnung hat Abraham voll Hoffnung geglaubt…“ (Röm 4,18): Das schreibt Paulus uns ins Stammbuch. Meine Gestalt der Hoffnung wird in aller Regel nicht diese Art von Größe erreichen. Wie aber kann ich dem „kleinen Senfkorn Hoffnung“ in meinem Leben Gestalt geben. Drei Dinge fallen mir dazu ein:
1. Die kleine Gestalt der Hoffnung braucht Aufmerksamkeit für die oft unscheinbaren, aber nicht selten prägenden Hoffnungsspuren im Alltag.
2. Die kleine Gestalt der Hoffnung braucht Nachdenklichkeit, die die offenen Fragen des Lebens ernst nimmt.
3. Die kleine Gestalt der Hoffnung braucht Rituale und Symbole, um in Kontakt zu bleiben mit der großen Hoffnungsgeschichte unserer Glaubensüberlieferung.
Das alles brauche ich gerade dann, wenn die kleine Gestalt der großen Hoffnung nur noch die Größe einer Sehnsucht hat.
Pfarrer Dr. Andreas Mersch