Allerheiligen

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Aktuelle Informationen aus dem Seelsorgebereich Deutz/Poll

Allerheiligen
31.10./01.11.2026
1. Les: Offb 7,2-4.9-14
2. Les: 1 Joh 3,1-3
Ev: Mt 5,1-12a

„Über den Tod hinaus verbunden – 
Die Gemeinschaft der Heiligen“ 

Liebe Schwestern und Brüder,

es gibt Menschen, die unser Leben geprägt haben und die wir niemals vergessen werden. Menschen, deren Stimmen wir noch im Herzen hören, deren Liebe uns begleitet und deren Platz in unserem Leben niemand ersetzen kann. Auch wenn sie nicht mehr unter uns sind, bleiben sie uns nahe. Denn wahre Liebe endet nicht mit dem Tod.

In dieser 31. Woche im Jahreskreis feiern wir zwei besondere Tage: Allerheiligen und Allerseelen. Beide Feste erinnern uns an eine wunderbare Wahrheit unseres Glaubens: Wir gehören zusammen – über die Grenzen des Todes hinaus. Die Kirche nennt dies die Gemeinschaft der Heiligen.

An Allerheiligen richten wir unseren Blick auf jene Menschen, die bereits bei Gott vollendet sind. Wir denken nicht nur an die großen Heiligen, deren Namen wir kennen, sondern auch an die vielen unbekannten Heiligen, die in aller Stille ihren Glauben gelebt, geliebt, vergeben und Gutes getan haben. Ihr Leben erinnert uns daran, dass Heiligkeit nicht bedeutet, vollkommen zu sein, sondern mitten im Alltag mit Gott zu leben und seine Liebe weiterzugeben.

An Allerseelen richtet sich unser Blick auf unsere Verstorbenen. Wir erinnern uns an unsere Eltern, Geschwister, Freunde und an alle Menschen, die uns vorausgegangen sind. Wir besuchen ihre Gräber, entzünden Kerzen und sprechen Gebete. Dabei geht es um mehr als Erinnerung. Allerseelen ist ein Tag der Liebe, ein Tag des Gedenkens und ein Tag der Liebe, die in Ewigkeit bleibt.

Die heilige Gertrud von Helfta, die für ihre tiefe Liebe zu den Verstorbenen bekannt ist, ermutigt uns, besonders für die Seelen im Fegefeuer zu beten und sie der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen. Ihre Spiritualität erinnert uns daran, dass unser Gebet ein Ausdruck der Liebe ist, die auch durch den Tod nicht unterbrochen wird. Wer für einen Verstorbenen betet, sagt damit: Du bist nicht vergessen. Du bleibst in meinem Herzen, und ich vertraue dich der Liebe Gottes an. 

Gerade darin zeigt sich die Schönheit der Gemeinschaft der Heiligen: Die Heiligen im Himmel treten für uns ein, wir auf Erden beten füreinander und für unsere Verstorbenen, die noch der Reinigung bedürfen. Niemand ist in dieser Gemeinschaft vergessen. Wir alle sind durch Christus miteinander verbunden.

Vielleicht tragen manche von uns gerade in diesen Tagen eine tiefe Trauer im Herzen. Vielleicht fehlt uns ein geliebter Mensch besonders. Unser Glaube nimmt uns diesen Schmerz nicht einfach weg. Aber er schenkt uns Hoffnung. Denn Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ (Joh 11,25)

Mögen uns Allerheiligen und Allerseelen daran erinnern, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Das letzte Wort hat Gott. Und sein Wort ist Liebe, Leben und Auferstehung. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche voller Hoffnung, Trost und inneren Friedens.
Mögen unsere Verstorbenen ruhen in Gottes ewigem Frieden.

Ihr Kaplan Chika Okoye