4. /5. Sonntag der Osterzeit

deutz-poll aktuell

Aktuelle Informationen aus dem Seelsorgebereich Deutz/Poll

4. Sonntag der Osterzeit
25./26.04.2026
1. Les: Apg 2,14a.36-41
2. Les: 1 Petr 2,20b-25
Ev: Joh 10,1-10

5. Sonntag der Osterzeit
02./03.05.2026
1. Les: Apg 6,1-7
2. Les: 1 Petr 2,4-9
Ev: Joh 14,1-12

Liebe Gemeindemitglieder,

„ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle
haben“ – dass dieser Satz im Evangelium von Jesus gesagt
wird, ist vielen von Ihnen bekannt. Aber könnten Sie auch auf
Anhieb sagen, in welchem Zusammenhang er steht? Mir ist das
erst bei der Vorbereitung dieses Vorworts klar geworden: Der
Satz schließt im Johannes-Evangelium den Abschnitt ab, in dem
Jesus sich als der gute Hirte - im Gegensatz zu den Dieben und
Räubern, die die Schafe stehlen wollen – bezeichnet.

Die Schafe erkennen den guten Hirten, Jesus, an seiner
Stimme. Wenn wir dieses Evangelium in der Osterzeit hören,
können wir an die Osterevangelien denken, in denen auch eine
Rolle spielt, dass der auferstandene Jesus spricht: Am deutlichsten
wird dies in der Erzählung von der Begegnung zwischen
Jesus und Maria Magdalena: Sie hält ihn zunächst für den
Gärtner – und erkennt ihn, als er sie mit Namen anspricht. Doch
auch in einem anderen Osterevangelium spielt das Reden Jesu
eine Rolle: Die Emmaus-Jünger erkennen Jesus nicht im
Gespräch, sondern beim Brotbrechen – sagen aber dann
zueinander: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs
mit uns redete?“

Jesus wird in der persönlichen Beziehung erkannt. Er verkündet
nicht primär ein Regelwerk oder eine abstrakte Lehre, sondern
im Gespräch mit ihm, im Hören und Gehört-Werden, kann er
gefunden werden und will er uns finden.

Dabei gibt er uns ganz zum Ende des sonntäglichen Textes ein
Kriterium an die Hand, wie unter den vielen Stimmen seine
Stimme zu erkennen ist: „Ich bin gekommen, damit sie das
Leben haben und es in Fülle haben.“

Wenn wir unterscheiden möchten, ob etwas von Jesus kommt,
dann ist ein gutes Kriterium, danach zu fragen, ob etwas mich
zum Leben führt oder mich vom Leben abschneidet.

Das Hören der Stimme Gottes braucht offenkundig etwas
Übung. Als Samuel im Alten Testament zum ersten Mal von
Gott gerufen wird, denkt er zunächst mehrere Male, es sei sein
Lehrer Eli gewesen, der ihn ruft.

Die meisten von uns hören nicht wie Samuel eine Stimme
Gottes oder stehen wie Maria Magdalena dem Auferstandenen
unmittelbar gegenüber. Wir sind darauf angewiesen, im Alltag
hellhörig zu werden, für die Anrufe Gottes, die Anrufe des
Lebens, in den Ereignissen und Begegnungen, die wir als
Zeichen Gottes im Jahr 2026 deuten können.

Maria Schwarz, Pastoralreferentin