28. Sonntag im Jahreskreis

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Aktuelle Informationen aus dem Seelsorgebereich Deutz/Poll

28. Sonntag im Jahreskreis
10./11.10.2026
1. Les: Jes 25,6-10a
2. Les: Phil 4,12-14.19-20
Ev: Mt 22,1-14

„Kommt, alles ist bereit!“
Gottes Einladung zum Fest des Lebens

Liebe Schwestern und Brüder,
wer eine Einladung zu einem Fest bekommt, spürt normalerweise: Da denkt jemand an mich. Da möchte mich jemand dabeihaben. Eine Einladung sagt: Du bist willkommen. Du gehörst dazu. Es wäre schön, wenn du kommst.

Genau dieses Bild begegnet uns an diesem Sonntag in den biblischen Lesungen. Beim Propheten Jesaja hören wir von einem großen Festmahl, das Gott für alle Völker bereitet. Es ist ein Fest voller Hoffnung: Gott wird die Tränen von den Gesichtern abwischen, Leid und Tod werden nicht das letzte Wort haben. Am Ende steht nicht die Trauer, sondern die Freude; nicht der Tod, sondern das Leben.

Auch Jesus erzählt im Evangelium von einem Fest. Ein König lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein. Alles ist vorbereitet, die Tische sind gedeckt, aber die Eingeladenen wollen nicht kommen. Sie haben anderes zu tun. Der eine geht auf seinen Acker, der andere in sein Geschäft. Die Einladung Gottes trifft auf Menschen, deren Leben schon mit so vielen anderen Dingen gefüllt ist.

Vielleicht liegt genau darin eine Frage an uns: Wie reagieren wir auf Gottes Einladung?

Denn Gott lädt auch heute ein. Er lädt uns ein zu seiner Nähe, zu Gemeinschaft, Versöhnung und Hoffnung. Er lädt uns ein, unser Leben nicht nur mit Terminen, Arbeit, Sorgen und Verpflichtungen zu füllen, sondern darin auch Raum für ihn und füreinander zu lassen.

Und das Schöne ist: Gottes Fest ist nicht für eine kleine, ausgewählte Gruppe bestimmt. Im Evangelium werden schließlich Menschen von den Straßen und Kreuzungen geholt. Bei Jesaja bereitet Gott sein Mahl sogar für alle Völker. Seine Einladung kennt keine Grenzen. Niemand soll draußen bleiben.

Doch eine Einladung möchte auch angenommen werden. Das Hochzeitsgewand im Evangelium erinnert uns daran: Gottes Einladung ist Geschenk, aber sie möchte unser Leben verändern. Wer sich von Gott einladen lässt, kann nicht einfach so bleiben, als wäre nichts geschehen. Gottes Liebe will in unserem Leben sichtbar werden: in unserer Barmherzigkeit, in unserer Bereitschaft zur Versöhnung, in unserem Umgang miteinander und besonders mit Menschen, die leicht übersehen werden.

Vielleicht sollten wir uns deshalb in dieser Woche fragen: Welche Einladung Gottes habe ich bisher überhört? Wo wartet Gott auf mein Ja? Und wen könnte ich selbst spüren lassen: Auch du bist willkommen?

Gott hat den Tisch gedeckt. Er wartet nicht auf perfekte Menschen. Er wartet auf Menschen, die bereit sind, seiner Einladung zu folgen.

„Kommt, alles ist bereit!“ Vielleicht ist das die schönste Botschaft dieses Sonntags: Bei Gott gibt es einen Platz für uns. Die Einladung ist ausgesprochen. Jetzt liegt es an uns, sie mit Freude anzunehmen.

Kaplan Okoye