27. Sonntag im Jahreskreis

deutz-poll aktuell

Aktuelle Informationen aus dem Seelsorgebereich Deutz/Poll

27. Sonntag im Jahreskreis
03./04.10.2026
1. Les: Jes 5,1-7 
2. Les: Phil 4,6-9
Ev: Mt 21,33-44

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

wenn wir an den Monat Oktober denken, kommen uns verschiedene
Dinge in den Sinn: die Erntezeit, die Herbstzeit, der Rosenkranzmonat und
die Herbstferienzeit. Am 4. Oktober feiern wir das Erntedankfest. Wir danken
Gott für die Ernte dieses Jahres – für Früchte, Getreide, Nüsse, Gem
üse und vieles mehr. Wir danken Gott für die Natur, für die Erde, für das
Klima, für die Sonne und für den Regen. Aus Dankbarkeit erwächst unsere
Verantwortung: miteinander zu teilen und achtsam mit der Schöpfung umzugehen.
Das Erntedankfest erinnert uns daran, mit offenen Augen und
dankbaren Herzen durch die von Gott erschaffene Welt zu gehen. Im Monat
Oktober ehren wir die Mutter Gottes, besonders durch das Gebet des
Rosenkranzes. Das ist eine gute und wertvolle religiöse Tradition. Viele
Gläubige beten den Rosenkranz allein oder in Gemeinschaft. Die wiederkehrenden
Gebete können uns Ruhe und inneren Frieden schenken. Dabei
betrachten wir gemeinsam mit Maria das Leben Jesu. Mit diesem Gebet
bringen wir auch unsere persönlichen, familiären, kirchlichen und gesellschaftlichen
Anliegen vor Gott. Am 7. Oktober feiert die Kirche das Fest
Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Der Rosenkranz ist für viele von
uns ein vertrautes Gebet. Lassen wir Maria, unsere himmlische Mutter, uns
begleiten und uns immer wieder zu ihrem Sohn Jesus Christus führen. In
den wiederkehrenden Gebeten betrachten wir die Stationen des Lebens
Jesu. Dabei dürfen wir erfahren: Gott begleitet uns – in Freude und Leid, in
Hoffnung und Sorge, in den großen und kleinen Fragen unseres Lebens.
Maria steht uns als glaubende und vertrauende Frau zur Seite. Ihr „Ja“ zu
Gott ermutigt auch uns, offen zu sein für seinen Ruf und darauf zu vertrauen,
dass er unseren Weg begleitet. Lassen wir Maria, unsere Mutter
und Fürsprecherin, uns begleiten und uns immer wieder zu ihrem Sohn
Jesus Christus führen.

Im Matthäus Evangelium lesen wir das Gleichnis vom Weinberg: „Es war
ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen
Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er
den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die
Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine
Früchte holen zu lassen.“ (Mt  21,33–34). Dieses Gleichnis ist Teil der
Sonntagsliturgie am 4. Oktober 2026 (Mt 21,33–44). Jesus erzählt von einem
Weinbergbesitzer, der seinen Weinberg anderen anvertraut. Doch diejenigen,
die ihn bewirtschaften sollen, vergessen, dass der Weinberg ihnen
nicht gehört. Sie verweigern dem Besitzer die Früchte. Der Weinberg kann
ein Bild für unser eigenes Leben und für unsere Gemeinschaft sein. Vieles
ist uns anvertraut: unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unsere Beziehungen,
unsere Welt und unsere Natur. Wir sind nicht die Eigentümer von allem,
was uns gegeben ist. Wir sind vielmehr Verwalter und tragen Verantwortung
für das, was Gott uns anvertraut hat. Gott fragt uns: Welche Früchte
bringen wir hervor? Gott sucht Früchte, die aus unserem Leben wachsen:
Liebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Frieden und die Bereitschaft,
Verantwortung füreinander zu übernehmen. Unser Erntedankfest
lädt uns ein, uns zu fragen: Welche Früchte wachsen in unserem
Leben? Sind es Früchte der Liebe, der Hoffnung, des Friedens und der
Nächstenliebe? Dankbar dürfen wir auf das schauen, was Gott uns
schenkt. Zugleich sind wir eingeladen, das Empfangene miteinander zu teilen
und Verantwortung für unsere Mitmenschen und für die Schöpfung zu
übernehmen.

P. Abraham Muttethazhath MCBS